TK-Modellvorhaben: Qualitätsmonitoring Psychotherapie Westfalen-Lippe
TK-Modellvorhaben Qualitätsmonitoring Psychotherapie - Vertrag in Westfalen-Lippe abgeschlossen
Dr. Thamer, der Vorstandsvorsitzende der KV Westfalen-Lippe teilt zum Vertragsabschluß zwischen Techniker Krankenkasse und der KV WL am 15.9.04 bei Facharzt.de mit:
Der Modellversuch, den die TK für die dringlich nötige QS für Psychotherapie zur Verfügung stelle, solle eine Datenlage zur psychotherapeutischen Versorgung schaffen: Es sollen 400 Psychotherapeuten und 2000 Patienten einbezogen werden. Im Vorfeld sei eine enge Abstimmung mit der PTK NRW und einigen großen Psychotherapieverbänden erfolgt. Die Inhalte des Vertrages seien in Diskussionen über 3 Jahre gereift und seien zuletzt von allen Beteiligten in Süd-Baden, Hessen und WL akzeptiert gewesen. Die Inhalte des Projektes seien im Beratenden Fachausschuß nicht mehr strittig gewesen, daher habe die KV WL den Vertrag abgeschlossen.
dazu: Stellungnahme Dr. Juliana von Hodenberg, Vorsitzende des Beratenden Fachausschusses der KV WL
Mein Kommentar:
Wie die letzte Aussage von Dr. Thamer zum Abstimmungsergebnis des Beratenden Fachausschusses (4 Ja, 4 Nein und 3 Enthaltungen) paßt, bleibt in seiner Stellungnahme offen. Von beteiligten Verbandsvertretern ist zu hören, daß in allen 3 KVen das Projekt und der Vertrag weiterhin strittig und gerade nicht allgemein akzeptiert sind.
Wer die Entwicklung des TK-Projektes verfolgt und das Konzept gelesen hat, weiß: Ziel der Techniker Krankenkasse ist es keineswegs, eine Datenlage für die "dringlich nötige QS für Psychotherapie" zur Verfügung zu stellen. Die Ziele der TK gehen aus dem Konzept ganz klar hervor:
- Das Gutachterverfahren soll abgeschafft werden, stattdessen soll eine neue Form der Entscheidung über Kostenzusage und Beendigung der Therapie etabliert werden, nämlich mit Hilfe von Daten aus Testverfahren und deren Auswertung und Interpretation durch ein Computerprogramm.
(s. dazu meine frühere Stellungnahme zum Gutachterverfahren)
- Damit soll ein Verfahren eingeführt werden, mit dem Therapien schneller beendet werden können.
Diese Ziele der TK und der beteiligten Wissenschaftler bleiben natürlich bestehen, trotz der Veränderungen des Konzeptes, die unter dem Druck der Psychotherapeuten vorgenommen werden mußten. Und den Zielen entsprechend werden natürlich auch die Daten ausgewertet, die in dem Projekt erhoben werden. Die Erfahrung mit solchen Projekten zeigt, daß daran auch ein mit Psychotherapeuten besetzter Beirat nichts ändert.
Zu der von Dr. Thamer angegebenen "engen Abstimmung mit der PTK NRW und einigen großen Psychotherapieverbänden" hier ein Zitat aus der Stellungnahme von Dr. Heiner Sasse: "Der bei der KV Westfalen Lippe zuständige Vorstandsvorsitzende ist als Verhaltenstherapeut in der ärztlichen Ambulanzleitung eines verhaltenstherapeutischen Ausbildungsinstitutes tätig, und die von ihm zur fachlichen Akzeptanz bei der Landespsychotherapeutenkammer angefragten und namentlich benannten Personen aus dem Kammervorstand sind allesamt Verhaltenstherapeuten."
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse der Wahlen für die PP/KJP in den Vertreterversammlungen hinweisen: Die an der Planung des Projektes beteiligten "großen Psychotherapieverbände" Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten und DPTV, mit denen die KV WL sich abgestimmt hat und die in der PTK NRW das Projekt vorangetrieben haben, haben bei den KV-Wahlen mit ihren gemeinsamen Listen 60 % der Sitze. Das wirkt sich entsprechend auf die Besetzung der PP/KJP-Sitze von Vertreterversammlung und Beratendem Fachausschuß auf der Bundesebene aus. Und diese Besetzung wird auch auf die zukünftigen Entscheidungen über die geeignete Form von QS und QM für Psychotherapeuten Einfluß nehmen.
Beatrice Piechotta
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Artikel in der Ärztezeitung vom 24.9.04
Gemeinsame Stellungnahme TK und PTK NRW
Aktuelle Stellungnahme Dr. Juliana von Hodenberg, Vorsitzende des Beratenden Fachausschusses der KV WL
Zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Konzept empfehle ich die Lektüre der Stellungnahme von Dr. Heiner Sasse.
Kommentar von Ulrich Meier, Vorstandsmitglied der KV Nordrhein, auf PsychotherapeutInnen-Nordrhein.de
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